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Die Windkraftanlage Sool – eine geschichtsträchtige Innovation des Ökozentrums

150 Meter neben dem Bauernhof Soolhof steht die Mutter aller Windkraftanlagen der Schweiz – seit 1986. Die WKA Sool produziert jährlich 15'000kWh Strom, der ins Netz der EBL eingespeist wird. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund fünf durchschnittlichen Haushaltungen. Ein Jahr bevor die erste netzgekoppelte Windkraftanlage in Betrieb genommen wurde, leistete das Ökozentrum Geburtshilfe für die Arbeitsgemeinschaft für dezentrale Energieversorgung ADEV. Dank des Pilotprojekts Netzverbund, unterstützt durch die KTI (Förderagentur für Innovation des Bundes) sowie durch den Kanton Baselland, erfolgte erstmals die Rückspeisung von dezentral erzeugtem Strom ins Elektrizitätsnetzwerk – heute eine Selbstverständlichkeit.
Nach 1986 wurden an günstigen Standorten immer grössere Anlagen gebaut. Nicht zuletzt ist diese Entwicklung ein Verdienst der Windenergievereinigung Schweiz, “Eole Suisse”. Mittlerweile hat sich die WKA-Industrie europaweit zu einer prosperierenden Branche mit entsprechend wachsenden Arbeitsplätzen herangebildet. Resultate von Schweizer Umfragen zeigen zudem, dass sich die Bevölkerung Windenergieanlagen zur Stromproduktion wünscht. Dank der energiepolitisch fortschrittlichen Haltung von Gemeinde- und Kantonsbehörden und dem Elektrizitätswerk (EBL) konnte im Baselbiet vor knapp 30 Jahren die erste netzgekoppelte Windkraftanlage in einen längerfristigen Dauerbetrieb genommen werden.
Dieses Stück Zeitgeschichte zeugt von den Anfängen der dezentralen Stromeinspeisung und ist damit Basis der heute in Gang gekommenen Strommarkt-Liberalisierung. Es soll erhalten bleiben – und zwar nicht als Museumsstück, sondern als anschaubare, im zuverlässigen Dauerbetrieb stehende Demonstrationsanlage.

Zur aktuellen Situation der Windkraft in der Schweiz: SRF “10 vor 10” (ab Minute 7:48):
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Zumsteg Hanspeter

Zumsteg Hanspeter
dipl. Elektro-Ingenieur FH

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