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Second Life: zweites Leben für Postroller-Batterien

Ein neues Stromspeicher-Pilotprojekt ermöglicht ein zweites Leben für Postrollerbatterien in unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Das innovative Projekt eines Second-Life-Prototyps wird vom Ökozentrum geleitet.
Die Rollerflotte der Schweizerischen Post besteht seit Januar 2017 ausschliesslich aus elektrisch betriebenen Dreiradfahrzeugen. Nach etwa sieben Betriebsjahren haben deren Batterien noch eine Speicherkapazität von rund 80 Prozent – zu wenig, um weiterhin für die Briefzustellung eingesetzt zu werden, aber mehr als genug für die Verwendung in einem stationären Stromspeicher.

Die Speicherung von elektrischem Strom ist eine Schlüsseltechnologie bei der Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. An der Entwicklung der Stromspeicher sind die Schweizerische Post, die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA), die Kyburz Switzerland AG (die Herstellerin der Elektroroller der Post), die W. Schmid Projekte AG, die Helion Solar AG sowie die Batteriewerk AG beteiligt. Das Pilotprojekt wird vom BfE (Bundesamt für Energie) unterstützt.
In der Umwelt Arena Schweiz thematisiert eine Ausstellung den ganzen Kreislauf – vom Postroller, der im Indoor Parcours testgefahren werden kann, über die Produktion von Solarstrom bis zum Stromspeicher aus ausgedienten Postrollerbatterien als Bestandteil der Gebäudetechnik.

Die Speicherkapazität eines Speichers beträgt 7-10 kWh. Das Batteriemanagementsystem und die Paketierung wurden so konstruiert, dass pro Speichereinheit mehrere Batteriezellen ausfallen können und das Batteriemodul trotzdem weiter genutzt werden kann – selbst wenn bis zu 30 Prozent der eingesetzten Batteriezellen ausfallen. Die für das Projekt entwickelte Technologie ist nicht auf die Batterien der Zustellfahrzeuge der Post beschränkt, sondern prinzipiell auch für ausgediente Batterien aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen ausgelegt.

Quelle: Post CH AG, Januar 2017